Bewusste Ernährung und Sport können die Lebensqualität positiv beeinflussen und deutlich verbessern. Einen gesunden Lebensstil in den Alltag zu integrieren, erweist sich aber oft schwieriger, als ursprünglich vermutet. Hilfestellung kann dabei eine Ernährungsberatung geben. Bei der Suche danach stößt man auf verschiedene Begriffsbezeichnungen, wie Ernährungsberatung, Ernährungscoaching oder Ernährungstraining. Worin liegt nun der Unterschied? Was genau ist eine Ernährungsberatung, wer darf wen beraten und was bedeutet das für den Lehrgang zum/r Diplomierten Ernährungstrainer/in der Vitalakademie?

Bei der Klärung dieser Fragen muss man sich zuerst bewusst werden, dass sich hinter dem Begriff „Ernährungsberatung“ nicht überall das gleiche verbirgt.

Die rechtliche Situation

In Österreich besteht zum Beispiel eine klare Trennung zwischen medizinischer und gewerblicher Ernährungsberatung. Unter letzterer ist die ernährungsmedizinische Behandlung, Beratung und Therapie von Kranken und krankheitsverdächtigen Personen zu verstehen. Generell ist diese medizinische Ernährungsberatung in Österreich ausschließlich Ärzt(inn)en, Ernährungsmediziner(inne)n, sowie Diätolog(inn)en (§2 Abs.4 MTD-Gesetz) vorbehalten. Das Berufsbild des/r Diätologen/in zählt zu den gesetzlich anerkannten Gesundheitsberufen, weshalb von diesen sowohl gesunde, als auch krankheitsgefährdete und bereits kranke Menschen beraten und behandelt werden dürfen.

Eine Ernährungsberatung im gewerblichen Sinne hingegen ist nur für gesunde Menschen als Primärprävention vorgesehen. Seit der Gewerbeordnungsnovelle 2002 ist Ernährungsberatung ein Teilbereich der Lebens- und Sozialberatung. Dabei ist die Ausübung des Gewerbes „Lebens- und Sozialberatung, eingeschränkt auf Ernährungsberatung“ an die erfolgreiche Absolvierung der Studienrichtung Ernährungswissenschaften an einer inländischen Universität oder die erfolgreiche Ausbildung zur Diätologin / zum Diätologen gebunden (wie der § 119 Abs.1 GewO festlegt).

In Deutschland ist Ernährungsberatung schon per Definition nur für gesunde Personen vorgesehen, ansonsten ist die Rede von „Diättherapie“. Ernährungsberatung richtet sich hier vor allem an Gesundheitsinteressierte, Personen in besonderen Lebenssituationen (Schwangere, Sportler(innen), Vegetarier(innen), usw.) oder Menschen, die bereits gewisse Risikofaktoren aufweisen, aber noch nicht erkrankt sind (z.B. Übergewicht, aber nicht Adipositas).

 

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Nicht nur in der Bezeichnung „Ernährungsberatung“ und seine Bedeutung gibt es Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland, sondern auch in der Frage der Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Wer eine Ernährungsberatung durch eine(n) freiberufliche(n) Ernährungsberater(in) in Österreich konsumiert, muss die Kosten zur Gänze selbst tragen. Die Krankenkassen leisten hier keinerlei Kostenersätze (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Wien 2014)

In Deutschland hingegen gibt es für Ernährungsberatungen teilweise Kostenzuschüsse. Allerdings nehmen die verschiedenen Kassen eine individuelle Einzelfallprüfung vor, weshalb hier keine allgemeinen Aussagen zur Höhe der Kostenzuschüsse gemacht werden können. Generell wird jedoch zwischen einer präventiven und einer ernährungstherapeutischen Beratung unterschieden. Bei der präventiven Gesundheitsvorsorge sind Ernährungskurse - auch solche bei freiberuflichen Ernährungsberater(inne)n - durch einige Krankenkassen anerkannt und werden Zuschüsse geleistet. Die Qualitätskriterien, die dabei an den/die Ernährungsberater/in gestellt werden, variieren, was auch für die Höhe der Zuschüsse gilt. Manche Kassen setzen einen Abschluss als Diätologe(in), Ökotrophologe(in) oder Ernährungswissenschaftler(in) voraus. Beratungssuchende müssen daher bereits im Vorfeld die Kostenübernahme durch die Krankenkasse abklären und bestätigen lassen. (Quelle: Euro Informationen, Berlin 2014)

Tätigkeitsbereiche

Für Deutschland und Österreich gleichermaßen gilt, dass sich die Tätigkeit von Diplomierten Ernährungstrainer(innen) ausschließlich auf den Präventionsbereich bezieht. Die Therapie von Kranken oder krankheitsgefährdeten Personen ist Mediziner(inne)n oder Diätolog(inn)en vorbehalten. Ernährungstrainer(innen) tragen lediglich dafür Sorge, dass es möglichst erst gar nicht zu Krankheiten kommt, und helfen bei Ernährungsumstellungen sowie bei der Integration eines gesunden Lebensstils in den Alltag.

Der Handlungsbereich von an der Vitalakademie ausgebildeten Diplomierten Ernährungstrainer(inne)n umfasst u.a. die Weitergabe von allgemeingültigen Informationen zur Ernährung gesunder Personen, sowohl im Gruppen- als auch im Einzelunterricht, sowie das Abhalten von Vorträgen, Seminaren und Workshops.

Quellen

„Ernährungsberatung“ in Deutschland und Österreich